Endlich weniger Verkehrslärm für Wehretal!

Veröffentlicht am 16.10.2020 in Kommunalpolitik

Das Regierungspräsidium Kassel hat 2020 den aktuellen Lärmaktionsplan für den Regierungsbezirk Kassel, Teilplan Landkreise vorgelegt. Dieser Plan beschäftigt sich auf Basis der EU-Umgebungslärmrichtlinie vor allem mit Lärmkonflikten an Straßen. Die Neuerung für diese 3. Auflage besteht darin, dass eine Lärmkartierung des Landes Hessen zur Verfügung steht, bei der alle Straßen mit vorhandenen Verkehrszahlen abgebildet sind. Der Lärmaktionsplan, der unter der Homepage des Regierungspräsidiums Kassel aufgerufen werden kann, beinhaltet neben der Kartierung auch eine Lärmminderungsplanung für stark belastete Straßen und deren Anwohnern/innen.

Die vorgenommenen Messungen und daraus resultierenden Bewertungen führen dazu, dass Reichensachsen und Oetmannshausen als Lärmkonfliktpunkte eingestuft werden. In beiden Durchgangsstraßen liegt die Lärmbelastung tagsüber und nachts über den zulässigen Grenzwerten. Der Ortsteil Hoheneiche wurde (noch auf Veranlassung von Bürgermeister a.D. Jochen Kistner) in den Lärmaktionsplan aufgenommen, um zu klären wie sich der Verkehrslärm der B 27 durch den neuen Erdwall beim Autobahnbau auf die Bevölkerung auswirkt.

Nachfolgend die Ausführungen zu den Lärmkonfliktpunkten in unserer Gemeinde:
Der Lärmkonflikt in Oetmannshausen wird durch das Neubauvorhaben der A 44 in den Abschnitten Anschlussstelle Waldkappel bis Anschlussstelle Ringgau (Bauabschnitt 9) und Hoheneiche-AS Sontra/Nord (Bauabschnitt 10) gelöst werden. Beide Bauabschnitte befinden sich im Bau (Auszug aus dem Lärmaktionsplan)

Die B 452 führt zurzeit auf einer Länge von rund 1,5 Kilometern durch die Ortslage von Reichensachsen. Die geplante rund 2,5 Kilometer lange Nordumgehung von Reichensachsen verläuft von der B 27 kommend nördlich der Kläranlage zur bestehenden B 452. Das Planfeststellungsverfahren läuft derzeit. (Auszug aus dem Lärmaktionsplan).

Seitens der Gemeinde wurden als Vorschläge für geeignete Maßnahmen u. a. ein Bauzeitenplan für die Ortsumgehung und deren Fertigstellung zeitgleich mit der Realisierung der Auffahrt zur A44 vorgeschlagen, die seitens des Regierungspräsidiums an Hessen Mobil weitergeleitet wurden.

Aber für die B 452 durch Reichensachsen gilt auch Folgendes: Verkehrsberuhigung (zum Beispiel Verkehrsinseln, Fahrbahnverengungen, Schwellen, Fahrbahnverschwenkungen) wird von der hessischen Straßenbau- und Verkehrsverwaltung als alleiniges Mittel der Lärmreduzierung abgelehnt. (Auszug aus dem Lärmaktionsplan).

Letztlich bedeutet dies, dass nur die geplante Nordumgehung eine dauerhafte und ausreichende Lärmentlastung für die Anwohner der B 452 in Reichensachsen bringen kann! Denn Lärm, Schmutz und Gestank machen uns krank!

Die SPD hat sich in der Vergangenheit, auch zusammen mit anderen Fraktionen, in der Gemeindevertretung für den schnellstmöglichen Bau der Nordumgehung ausgesprochen. Darüber hinaus hat die SPD in der Gemeindevertretung vorgeschlagen diesen Sachverhalt in der Videokonferenz zum Bau der A 44 und der Nordumgehung mit dem Hessischen Verkehrsministerium in Bezug auf den Lärmaktionsplan anzusprechen. Dies ist geschehen. Leider liegt bis heute kein Protokoll der Videokonferenz durch das Land (wie eigentlich zugesagt) vor. Unsere Landtagsabgeordneten, Karina Fissmann und Knut John, werden wir daher um Unterstützung vor Ort in Wiesbaden bitten, was diese sicherlich auch gerne machen. Weiterhin werden wir alle Mitglieder der Regionalversammlung Nordhessen aus dem Werra-Meißner-Kreis auffordern dieses Thema dort als Tagesordnungspunkt zu behandeln, die betroffenen Politiker werden von uns mit dem folgenden Brief angeschrieben.
Weiter Infos zur Nordumgehung unter:
https://mobil.hessen.de/planung/planungsprojekte/osthessen/b-452-ortsumgehung-reichensachsen

Dieter Neuser
SPD OV Reichensachsen

 

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